Tagesbericht, 3.10.

Am Mittwoch, dem 03.10., stand für uns vormittags der Besuch von mehreren Schulen in Manado auf dem Programm. Am Vortag hatten wir uns protestlos dafür entschieden den Tag wie gewohnt um 9 Uhr an der Kirche zu beginnen. Die Schularten waren alle vertreten: Von der GMIM Bengkol Elementary School über die SMP Tabita Junior High School und die SMA YPKM Senior High School und auch die SMA Eben Haezar Senior High School. Mal ehrlich, ich glaube niemand von uns konnte sich die Namen merken oder sie richtig zuordnen. Aber von den Besuchen ist einiges hängen geblieben. So waren wir an der ersten besuchten Schule die meiste Zeit im Lehrerzimmer und haben dort beispielsweise erfahren, dass das Notensystem in diesem Jahr erneuert wurde und es jedes Semester Zeugnisse mit schriftlicher Evaluation und Notenpunkten gibt. Dabei sind 100 Punkte möglich, der Durchschnitt liegt aber wohl nur bei 75 und unter 70 besteht man sogar nicht! Schon hier hat sich abgezeichnet wie fotobegeistert die indonesischen Lehrkräfte sind. Zum Abschluss gab es dann sogar noch für jeden eine Dessertbox von einer Bäckerei to go.

An der zweiten Schule, der YPKM, wurden wir herzlich in der Aula begrüßt und haben dort auch direkt gemeinsam 'dalam yesus' gesungen. Sehr beeindruckt hat mich persönlich, dass die Rede der Schulvertreter komplett auf Deutsch verlesen wurde und sogar der heutige Tag der deutschen Einheit erwähnt wurde.

Da wir unsere ersten beiden Schulbesuchs stark ausgedehnt hatten, mussten wir die anderen Schulen etwas vernachlässigen - die indonesische Verspätung ist schon nach wenigen Tagen auf uns übergesprungen. Aber es war auch schön und informativ an den Schulen zu verweilen.

Ein weiteres Highlight war der Besuch der dritten Schule, da die Kinder dort Musik mit (hört hört!) Percussionsinstrumenten (für alle anderen unmusikalischen Leser: das sind Rhythmusinstrumente, wie beispielsweise Trommeln und Becken) für uns gemacht haben. Nach vielen weiteren Fotos und einem kurzen Blick in zwei Klassenzimmer ging es dann etwas länger ins Auto. Die Fahrt haben wir uns mit 'klakzon'-Rufen vertrieben, unsere Begeisterung für die Verwendung der Hupe in Indonesien hält auch bestimmt noch bis zum Ende unseres Austauschs an. In der vierten Schule gab es dann zusätzlich zu den Selfies auch erste Autogramme (und das erstaunlicherweise nicht nur von Veit!). Auch wenn der Vormittag stressig und nicht wie geplant verlief, hatten wir doch die Möglichkeit, viel zu sehen und zu erleben.

Nach einem leckeren Mittagessen mit Fisch hatten wir eine erholsame längere Mittagspause in der Unterbringung und im Anschluss die erste gemeinsame Reflexionsrunde mit den indonesischen Jugendlichen. Unter der Frage danach, was wir in den ersten Tagen über uns selbst gelernt haben, nannte der eine unerwarteten Appetit, die andere eine zunehmende Sprachsicherheit. Auch die Vorteile des Verlassens der Komfortzone und eine Sensibilisierung für höfliche wegweisende Bemerkungen von indonesischer Seite wurden festgestellt. Witzigerweise berichtete eine deutsche Teilnehmerin von zunehmender Flexibilität und ein Indonesier von dem Wunsch nach einer besseren Planung - ein gegenseiter Einfluss der beiden Gruppen ist also schon erkennbar :D

Den ganzen Tag über konnte viel probiert werden, so gab es zum Kaffee gebackene Bananen mit scharfer Soße und Tofu und zum Abendessen am Hafen Manados unter anderem das Gericht 'Tempe', das aus fermentierten Sojabohnen mit süßer Sojasoße besteht und übersetzt wohl 'Geschenk des Himmels' heißt. Am Hafen wurde mit den Indonesiern der Kirche und denen der Gesangsgruppe vor und nach dem Essen noch viel gesungen und getanzt. Dabei sei noch anzumerken, dass sich christliche Lieder, Macarena, ein Weihnachtslied und traditionelle indonesische Musik nicht ausschließen!

Nach einem schönen Abend ging es für uns alle dann früher als gewohnt zurück in die Unterkunft um für die Überfahrt nach Bunaken zu packen. Gute Nacht!