Wir sind extra früh auf den traditionellen Markt gegangen, weil sonst die Schlange aus wäre. Drei hab ich gesehen, und dazu viele weitere ungewöhnliche Fleischwaren, wie die uns schon bekannte Fledermaus. Es wirkt ehrlich auf mich, hier kann man sehen, wie Tiere getötet, ausgenommen und gerupft oder abgeflammt werden, damit das Fleisch verkauft werden kann.

 

Schöner anzusehen ist der Fischmarkt, und viel farbenfrohes Obst und Gemüse, die in Körben schön geschichtet sind. Ich kaufe mir Muskatnüsse, die original in ihrer eigenen Schale „verpackt“ sind.

Hier arbeiten auch viele sehr junge Menschen. J. erzählt, er sei auf die Grundschule gegangen. Für mehr habe seine Familie kein Geld gehabt und seitdem arbeite er auf dem Markt.

Im Anschluss fahren wir ins Jugendgefängnis. 93 junge Männer, von 14 bis 20 Jahren. Sie sind, je nachdem, zu 3 bis 10 Jahren Haft verurteilt worden und müssen ab 21 Jahren ins Erwachsenengefängnis. An der Spitze der Delikte steht Körperverletzung, dann folgen Sexualdelikte, drittens Mord und Totschlag, dann Diebstahl. Drogen spielten fast keine Rolle. Die Jungen können im Gefängnis einen Schulabschluss machen und schreinern lernen. Sie machen Musik und waschen ihre Wäsche selbst. Nachmittags um 5 Uhr ist Einschluss. In den Zellen sind von sieben bis neun Jungen. Auch eine Lebenswelt von Jugendlichen in Nord-Sulawesi.

Mittags wurden wir von der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in der Minahasa empfangen. Kirchenpräsident Dr. Hein Arina erläuterte uns den Aufbau der GMIM-Kirche und stellte uns die Mitglieder der Kirchenleitung vor. Alle erhielten ein Geschenk.

Vom Mittagessen in einem Tomohoner Restaurant fuhren wir mit Bendis, von ziemlich kleinen Pferden gezogenen ziemlich kleinen Kutschen, zurück zur Unterkunft, um ein wenig auszuruhen.

 

Abends gab es dann ein „Sharing“ mit einer Jugendgruppe. Die Erfahrung war „geteilt“: einige von uns sprachen mit Jugendlichen, die sich auf gutem Englisch interessiert am Austausch in Kleingruppen beteiligten, andere waren überrascht, wie einige indonesische Jugendliche quer durch den Saal davonliefen -  vielleicht weil sie zu schüchtern waren? Ein Ergebnis aus den Gesprächsrunden war, dass wir in Deutschland auch in unserer kirchlichen Jugendarbeit mehr Wert auf gemeinsam verbrachte Zeit und Freizeitgestaltung (z. B. Ferienprogramme) legen, während hier in der Minahasa die Jugendarbeit mehr den Glauben zum Thema hat.